Frühlingserwachen in der Hollabrunner Opposition

Mit dem Frühlingsbeginn erwachen auch SPÖ, FPÖ und Grüne langsam aus ihrem Winterschlaf.

Seit Jänner hätten sich die Parteien in ein geplantes Flächentauschprojekt einbringen können, doch erst nach mehreren Wochen der Untätigkeit hallt nun ein Aufschrei der Entrüstung durch die Hollabrunner Opposition. Notwendige Maßnahmen für den Hochwasserschutz in Raschala und der Ausbau des Naherholungsraums Kirchenwald sind in Gefahr.

Mehr Erholungsraum für die Hollabrunnerinnen und Hollabrunner und ein unverzichtbarer Beitrag für den Hochwasserschutz am östlichen Ende von Raschala: Das sind die Ziele eines Grundtausches zwischen der Stadtgemeinde Hollabrunn und der Forstverwaltung Schönborn. Konkret handelt es sich dabei um eine Fläche von 15 Hektar, die den Naherholungsraum Kirchenwald schon bald erweitern soll – allerdings nicht, wenn es nach dem Willen der Opposition geht.

Entsprechende Flächenwidmungspläne lagen bereits seit Jänner zur Einsicht der Parteien auf. Auch im Liegenschaftsausschuss, in dem alle Fraktionen vertreten sind, war von Widerstand oder gar konstruktiven Ideen aus den Reihen der Opposition keine Spur. Erst in der jüngsten Gemeinderatssitzung vom 22. März erwachten die Kritiker schlagartig aus ihrer Lethargie. Mit einem medienwirksam inszenierten Auszug aus dem Gemeinderat legten SPÖ, FPÖ und Grüne aber zumindest ihre Strategie offen dar: Blockieren statt Mitgestalten.

Man wäre zu spät informiert und nicht eingebunden worden, klagen Rot, Blau und Grün. „Ich frage mich, warum die anderen Parteien überhaupt Vertreter in den Liegenschaftsausschuss entsenden, wenn sie an den darin besprochenen Projekten gar kein Interesse haben“, wundert sich Hollabrunns ÖVP-Klubobmann Markus Ganzberger, denn: „SPÖ, FPÖ und Grüne hatten mehrere Wochen Zeit, ihre Bedenken und Visionen in das Projekt einzubringen. Der Eklat im Gemeinderat ist für mich pure Effekthascherei, um von der eigenen Ideenlosigkeit abzulenken.“

Bürgermeister Erwin Bernreiter zeigt sich vom überraschenden Standpunktwechsel der Opposition zwar enttäuscht, hofft aber auf ein Einlenken der anderen Parteien und auf eine Rückkehr zur Sachlichkeit: „Schließlich geht es um den Erholungsraum für unsere Bürger und um wichtige Maßnahmen für den Hochwasserschutz. Ich plädiere darum an alle Mitglieder des Hollabrunner Gemeinderates, für diese Ziele an einem Strang zu ziehen.“